Es ist zwar Jänner, aber vielleicht denkt der eine oder andere schon nach, was er in der warmen Jahreszeit machen könnte. Die Tour über Rosskopf und Largoz hat sich bei mir zu einem Favoriten gemausert, weil sie in wenigen Stunden machbar ist und dennoch ein bisschen alpines Gefühl vermittelt.

Stellenweise bieten sich recht alpine Eindrücke, wie hier unterm Rosskopf

Viele gehen auf den Largoz, kaum einer geht dann weiter. Und gerade das würde sich aber lohnen. Die Wanderung über Rosskopf und Wattenspitze zum Largoz ist nicht übermäßig lang, hält aber eine Reihe schöner und vor allem verschiedener Eindrücke bereit.

Durch den Wald geht es in Richtung Largozalm

In welcher Richtung man die Runde geht ist egal. Gleich bleibt der Aufstieg vom Parkplatz bei der Krepperhütte zur Largozalm. Ich empfehle vom Parkplatz zuerst die Straße links hinauf zu nehmen und nach etwa 50 Metern rechts auf einen nicht markierten Steig zu wechseln. Er quert kurz darauf die Rodelbahn und führt dann stark rechts haltend zum eigentlichen Largozalm-Steig.

Da Almdorf der Largozalm auf etwa 1930 Metern

Einige Male Forstwege querend erreicht man so mehr oder weniger steil nach nicht ganz 600 Höhenmetern die Alm. Damit hat man auch schon den größten Teil des Anstiegs hinter sich. Soll es zuerst auf den Rosskopf gehen, der mit seinen 2.382 Metern den höchsten Punkt der Wanderung darstellt, nimmt man von der Alm den Fahrweg nach rechts. Zuerst um einen Rücken herum führt er weiter ansteigend in Richtung Süden. Bevor der Fahrweg leicht zu fallen beginnt, beginnt links der Steig in Richtung Haneburger und Rosskopf.

Zwischen Largozalm und Rosskopf liegen einige Lacken

Zuerst über Almböden und an einigen Lacken vorbei gewinnt der Weg an Höhe und erreicht zuletzt durch steileres Gelände den Südrücken des Rosskopfs.

Dieses Kreuz steht auf einem Felszacken zwischen Rosskopf und Haneburger

Hier verlässt man den Steig in Richtung Haneburger und steigt links auf Steigspuren über mittelsteile Hänge zum flachen Gipfel des Rosskopfs empor.

Am Rosskopf

Derzeit ragt im Gipfelbereich ein kleines und windschiefes Kreuz aus einem Steinhaufen. Das Kreuz scheint nicht gerade für die Ewigkeit gemacht zu sein. Mal sehen ob es im Sommer noch steht.

Blick vom Rosskopf zur Kalkwand in der Lizum und zum Hohen Riffler in den Zillertalern

Weiter geht es vom Rosskopf über ein Steiglein in Richtung Wattenspitze, die mit 2321 Metern der zweithöchste Gipfel der Runde ist, falls man sie auch wirklich besteigen und nicht umgehen möchte.

Im Inntal geht die Sonne auf

Mit ein wenig Spürsinn gibt es auf dem Steig kaum Orientierungsschwierigkeiten und vor allem immer wieder herrliche Ausblicke in das Inntal.

Am Steig zwischen Rosskopf und Wattenspitze

Vor der Wattenspitze wechselt der Steig auf die Wattentaler Seite und quert auf etwa 2280 Metern Höhe in Richtung Norden. Natürlich kann man auch direkt dem teilweise felsigen und schroffen Gipfelkamm der Wattenspitze folgen. Die Wattenspitze scheint ein geologisch recht instabiles Gelände zu sein.

Hier löst sich ein Teil des Grates vom restlichen Felsverband

Teilweise ist der Gipfelgrat zerrissen und im nördlichen Teil des Gipfelgrates entgeht einem geologisch geschulten Auge nicht, dass sich ein großer Block aus dem Berg löst und möglicherweise eines Tages in Richtung Voldertal hinunterbrechen wird.

Im schroffen Gipfelbereich der Wattenspitze

Aber auch der Steig durch die Ostflanke der Wattenspitze erfordert in einigen steileren Bereichen etwas Aufmerksamkeit. Von der Wattenspitze geht es dann durch leichtes Blockgelände hinunter und weiter zum Largoz hinüber.

Pittoresker Fels am Gipfel des Largoz

Ich empfehle vor dem Largoz unter den zahlreichen Steigspuren eher eine weiter oben zu nehmen, so gerät man weniger ins Almrosengebüsch und kommt leichter auf den Largozgipfel.

Das Largozkreuz etwas unterhalb des höchsten Punktes

Besonders im Frühsommer blüht es am Largoz üppig. Hervorzuheben sind hier die weißen Anemonen oder die pinken Zwergprimeln.

Zwergprimeln am Largoz

Nach dem Largoz kann man noch am Kamm bis zum Glotzenkreuz hinunter wandern, von dem ein Steig linkshaltend zur Largozalm zurückführt.

Anemonen beim Largozkreuz

Das ist zwar ein wenig weiter als der direkte Abstieg, aber dafür aussichtsreicher. Bei der Largozalm kann man sich dann an Bier, Radler oder Limo im Brunnen bedienen.

Zurück bei der Largozalm wartet im Brunnen eine Erfrischung

Für die ganze Runde sind im Aufstieg etwa 1.100 Höhenmeter zu überwinden. Im Winter dürfte sich die Runde als Skitour eher nicht lohnen. Durchaus lohnend empfinde ich neben dem allseits bekannten Largoz den Rosskopf als Skitour.

Im Winter am Rosskopf

Er wird viel weniger als der Largoz bestiegen, denn immerhin sind ein paar flachere Stücke unterhalb der Wattenspitze in Kauf zu nehmen. Die Hänge und Mulden nordwestlich vom Rosskopf herunter bieten aber schönes und meist wenig verspurtes Skigelände, wenn auch nur auf wenigen hundert Metern.