Er ist mit seinen 2.749 Metern Seehöhe der höchste Berg der Ostseite im Voldertal. Aber ehrlich gesagt, eine wirklich beeindruckende Erscheinung ist er nicht. Vom Voldertal präsentiert sich der Gipfel als rundliche Kuppe, aber dennoch gibt es Interessantes zu entdecken. Mehr macht er schon von der Wattentaler Seite her, wo er über dem Mölstal und direkt westlich über dem Lager Walchen thront mit seinen Ausläufern, dem Richteregg und dem Grünegg.

Der Malgrübler vom Wattental, links der Sunntiger, rechts Richter- und Grünegg

Seinen Namen hat der Malgrübler laut Karl Finsterwalder von der Malgrube auf Voldertaler Seite. Finsterwalder verweist darauf, dass der Name in Tirol öfters vorkommt, so etwa beim Schmirner Ortsteil Kasern oder auch in den Kalkkögeln. In Schmirn gibt es östlich vom Jochgrubenkopf den Mallgrubenwald und die Wollgrube. Finsterwalder verweist in Kasern auf das Wort „wąllgruewe“. In den Kalkkögeln gibt es die Malgrube westlich vom Widdersbergsattel in der Axamer Lizum, beziehungsweise südlich von diesem Sattel die Malgrubenspitze.

Der Malgrübler, links im Bild die Malgrübleralm, rechts von dem nach vorne zulaufenden Kamm die Kälberböden

Laut Finsterwalder stammt das Wort aus einer alten bildlichen Vorstellung und stellt einen Vergleich dar. Eine Malgraben war ein Grenzgraben zwischen Feldern, die Malgrube eine Grube, in der Grenzsteine versenkt wurden.

Alte Steinwälle sind Zeugen früherer Nutzung wie hier im Bereich der Kälberböden

Viele steinerne Zeugen erzählen von der Nutzung der Hänge unterm Malgrübler auch in vergangenen Zeiten, seien es Grundmauern von Gebäuden, Pferche oder Unterstände von Hirten. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, wie man mit einer Hirten-Behausung auskommen soll, wie sie etwa heute noch in der Nähe eines großen Steinmanns nordwestlich unterm Malgrübler zu finden ist.

Eine Unterkunft für bescheidene Ansprüche, gerade so viel, dass ein Mensch hier liegend Platz findet. Daneben ist auch noch eine viereckig angelegte Feuerstelle zu finden

In dieser Höhe auf etwa 2.200 Meter lohnt auch ein Blick auf den Boden: Gämsheide, bizarre Flechten und diverse Beerensträucher bilden die Zwergstrauchheide, welche der Vegetation der Tundra ähnelt.

Gämsheide und Flechten

Auch einen kleinen See gibt es am Malgrübler, nämlich die „Schwarze Lacke“ auf etwas unter 2.200 Metern Höhe.

Die Schwarze Lacke zu einem guten Teil ausgetrocknet

Noch etwas ist mir im Bereich nordwestlich des Malgrüblers aufgefallen: ein größerer Bestand von Zuntern (Latschen, lat. Pinus mugo). Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, irgendwo sonst im Voldertal Latschen gefunden zu haben.

Gipfelkreuz mit Blick zu Haneburger und Wattenspitze

1957 errichteten die Haller Pfadfinder am Malgrübler ein Gipfelkreuz anlässlich des 100. Geburtstages des Gründers der Pfadfinderbewegung Lord Baden-Powell. Das Kreuz wurde aus Holz errichtet, das heutige Gipfelkreuz trägt ebenfalls das Zeichen der Pfadfinder, ist aber aus verzinktem Metall.

Das ist die Schlüsselstelle am Grat vom Haneburger zum Malgrübler

Der Malgrübler ist vom Voldertal unschwierig zu ersteigen, es braucht aber trotz der Markierungen etwas Orientierungssinn, weil ein Steig oft kaum zu erkennen ist. Zuletzt habe ich den Malgrübler vom Haneburger her bestiegen. Vom Südgipfel war ich etwa 50 Minuten unterwegs, hier bietet der Grat im Abstieg vom Haneburger immer wieder leichte Klettereien, meist im I. Grad, die oben abgebildete Stelle hinunter würde ich mit II bis III bewerten. Im Internet findet man einige gute Beschreibungen der Überschreitung der Gipfel in diesem Bereich, etwa vom im Juni 2018 verstorbenen Halltaler Günter Roggenhofer oder auf hikalife sowie einen Bericht von einer kompletten Voldertalumrundung auf spitzentreffen.at.

Quellen:

Karl Finsterwalder: Die Namenschichten im Raume Wattens. In: Wattner Buch. Beiträge zur Heimatkunde von Wattens, Wattenberg und Vögelsberg. Innsbruck 1958, S. 203 – 231, hier S. 228f.

Burkhard Weishäupl: Hochalpine Wüstungen im Voldertal in den Tuxer Alpen

Entstehungsgeschichte der Haller Pfadfinder (Zur Errichtung des Kreuzes am Malgrübler)