Es war möglicherweise illegal, was ich im Juli mit meinem neunjährigen Sohn getan habe: Am Largoz übernachtet. Ohne Zelt und nur im Schlafsack biwakiert. Und dennoch: Das Tiroler Campinggesetz ist streng, selbst alpines Biwakieren ist nur „während eines kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraumes“ gestattet. Ob eine einmalige Übernachtung auf einem Berg mit einem Kind, damit dieses die Schönheit kennen lernt, Anlass genug ist, sagt das Gesetz nicht.

Was vielleicht als rechtliche Handhabe gegen Auswüchse in einem stellenweise dicht besiedelten Land mit vielen Touristen sinnvoll ist, kann auch seine Schattenseiten haben. Wird sich ein Kind, das nie eine klare Sternennacht erlebt hat, einmal gegen die zunehmende Lichtverschmutzung und dem damit verbundenen Verschwinden des Sternenhimmels einsetzen? Wie soll einem Kind, das nie die Natur zurzeit eines Sonnenuntergangs erlebt hat, der Schutz der Natur ein Anliegen werden? Ein Glück, dass es in Tirol noch Berggebiete gibt, die nicht unter Schutz stehen. Wer das auf der Serles im Schutzgebiet macht, dem droht nämlich eine saftige Strafe.

Am Largoz bei Sonnenuntergang
Die Sonne verschwindet hinter der Nordkette
In der Abenddämmerung
Die Milchstraße
Erste Morgendämmerung
Wir waren nicht die Einzigen
Hinterm Kellerjoch kommt die Sonne hervor
Die Morgensonne taucht den Berg in ein warmes Licht