Das Voldertal bietet überraschend viele Möglichkeiten für kleine Wanderungen und Spaziergänge – vor allem wenn man die diversen Schleichwege kennt. Wie etwa bei einer Wanderung vom Volderwildbad zur Halsmarter hinauf und von dort hinunter zur Voldertalhütte.

Bei diesem Wegkreuz geht es links durch den Wald hinauf

Gleich zu Beginn kann ein Abschneider einiges an Weg ersparen. Man nehme vom Volderwildbad den Fahrweg nach Windegg. Doch nur für die ersten fünfzig Meter.

Der Schleichweg durch den Wald hinauf

Bei einem Wegkreuz geht es auf einem unmarkierten Steig links durch den Wald hinauf. Nach etwa zehn Minuten kommt man so auf einen Karrenweg.

Der Junker Rudi Steig ist vor allem ziemlich steil

Nun links weiter in Richtung Stiftsalm und vor Beginn der Almwiese rechts über den „Junker Rudi Steig“. 200 Höhenmeter geht es da ziemlich steil hinauf. Kurz bevor der Steig den Sattel am Tulferberg erreicht, kommt der Weg beim überhängenden Mariaschrofen vorbei. Hier ist auch die Gedenkstätte an den Haller Kooperator Josef Lambichler, errichtet von Gerhard Plank. Die Marienstatue in der Grotte wurde noch von Lambichler selbst gestiftet.

Die Muttergottes in der Mariengrotte

Vom Sattel geht es dann links weiter, teilweise über Forstwege, Steige oder auch weglos bis zur Halsmarter.

Blick zurück zum Richtfunkturm der Post vor dem Hochnissl gegenüber im Karwendel

Kurz davor noch der Kugelwald, heute Anfang Mai, nach einem Wintereinbruch mit Schnee geschmückt.

Der Kugelwald heute in Weiß

Von der Halsmarter dann weiter auf einer Straße zum grimmig dreinschauenden Hexnbrünndl.

Das Hexnbrünndl

Über einen Steig und dann eine Straße geht es hinunter zur Nagelaste, von der es nur mehr zehn Minuten zur Voldertalhütte hinüber sind.

Die Nagel-Aste

Von der Voldertalhütte zurück empfehle ich zuerst den Weg auf der linken Bachseite an der Edenhaus-Aste vorbei. Nach ein paar hundert Meter auf der Voldertalstraße kommt man über eine Brücke dann auf die rechte Talseite.

Blick zurück auf die Brücke über den Voldertalbach

Vor allem wenn viel los ist auf der Voldertalstraße, hat man es hier etwas ruhiger. Heute erlebe ich hier eine kleine Überraschung. Den tonnenschweren Felsblock, der jahrelang bedrohlich über dem Bach hing, hat es erwischt. Er liegt abgestürzt im Bach.

Jetzt liegt im Bach…
…was vor Kurzem noch darüber war

Ein bisschen weiter unten, knapp nach der Gamsbach-Brücke, lieben vor allem Kinder den langgezogenen Moränenhügel zwischen der Forststraße und dem Voldertalbach. Er ist mit einem dichten Netz von kleinen Steiglein überzogen und im Sommer lässt es sich hier wunderbar Heidelbeeren pflücken.

Zum Schluss noch etwas Persönliches: Bei diesem Gang im Voldertal war auch die Trauer mein Begleiter. Meine Frau Susanne ist im März am Hohen Seeblaskogel in den Stubaier Alpen mit einer Schneewechte in den Tod gestürzt. Ich war mit ihr unterwegs und auch mich hat es beinahe in die Tiefe gerissen.

Meine Frau Susanne, † 19. März 2019

Auch im Voldertal waren wir viel gemeinsam unterwegs. Bei aller Trauer bin ich auch dankbar für alles, was ich mit ihr erlebt habe. Ich bin gewiss, dass sie ihren Platz bei Gott hat, der die Erfüllung aller menschlichen Sehnsucht ist.