Die Seen im Voldertal

Das Voldertal ist nicht gerade für seine Seen bekannt. Aber es gibt hier doch einige kleine Seen und größere Lacken – und bei näherem Hinschauen zeigt sich da manches Unerwartete oder Interessante.

Kleine Seen und Lacken gibt es im Voldertal in mehreren Bereichen. Der Anzahl nach die meisten gibt es in einem Bereich westlich der Wattenspitze. Die vielen kleinen und größeren Lacken liegen alle zwischen 2060 und 2150 Metern Seehöhe. Die meisten dieser Lacken dürften mit Wasser gefüllte Toteislöcher sein.

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Mit Wasser gefüllte Toteislöcher am Steig zum Haneburger

Beim Rückzug der Gletscher am Ende der Eiszeit blieben da und dort Eisreste zurück – oft von Schutt bedeckt. Wenn das Eis schmolz sank der Boden an diesen Stellen ein und es bildeten sich Toteislöcher. Der größte dieser Seen in dem Gebiet ist zugleich der südlichste. Laut einer Info von einem Senner auf der Largozalm soll er einfach der „Große See“ heißen.

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Blick von oben auf den „Großen See“

Der See liegt südwestlich der Wattenspitze auf knapp 2090 Metern Höhe und ist  langgestreckt. Ich schätze seine Länge auf 70 bis 80 Meter bei einer Breite von etwa 15 Meter. Bei dem See fällt auf, dass von seinen Ufern etwas Grasartiges hineinwächst und die Wasseroberfläche nur im Mittelteil völlig frei ist. Bei genauerem Hinsehen lassen sich bei diesem „Gras“ kleine igelförmige Blüten- und Fruchtstände erkennen, die nur wenige Zentimeter über das Wasser hinausragen.

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Blütenstand des Schmalblättrigen Igelkolbens

Es dürfte sich um den Schmalblättrigen Igelkolben (Sparganium angustifolium) handeln, einem Verwandten des Rohrkolbens. Im Gegensatz zum Rohrkolben mit seinem aufrechten Blättern, fluten die Blätter des Schmalblättrigen Igelkolbens auf der Wasseroberfläche.

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Der „Kleine See“

Etwa 600 Meter nördlich davon liegt auf gut 2060 Meter der „Kleine See“, auf dem ebenfalls zahlreiche Blätter fluten und bei meinem letzten Besuch Mitte August praktisch keine Wasseroberfläche frei ließen. Eigenartigerweise konnte ich hier aber keine Blüten- oder Fruchtstände finden.

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Die Lacke unterm Largoz

Ziemlich genau in der Mitte zwischen diesem See und dem Largozkreuz liegt auf etwa 2015 Meter eine etwa 20 Meter lange und 15 Meter breite Lacke, in der es ziemlich viele Molche und Molchlarven gibt.

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Molchlarve mit den äußeren Kiemen

Bei näherem Hinschauen sehen die Molchlarven mit ihren äußeren federartigen Kiemen recht bizarr aus. Auch Libellen haben um diese und auch einige andere Lacken ihre Kreise gezogen, bevorzugt sind sie dabei immer entlang der Uferlinie geflogen.

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Zirben spiegeln sich in einer weiteren Lacke in dem Gebiet

Neben diesen beschriebenen Seen gibt es in dem Gebiet noch einige weitere Lacken, wobei manche nur wenige Meter groß sind, einge davon sind auch in der Nähe des Largozgipfels zu finden.

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Die fast völlig trockengefallene Schwarze Lacke

Im Gegensatz zu diesen Seen recht einsam liegt die „Schwarze Lacke“ auf knapp 2200 Metern westlich vom Malgrübler-Gipfel. Als ich Mitte August dort war, war der See bis auf einen ganz kleinen Rest fast völlig ausgetrocknet und präsentierte sich als dunkle Steinwüste.

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Südöstlich von Steinkasern gibt es mehrere Seen und Lacken

Eine Ansammlung von mehreren Seen und Lacken gibt es hingegen südöstlich der Steinkasernalm. Der auffallendste unter ihnen ist ein etwa 40 Meter großer See auf etwa 2360 Meter Höhe. Sein Wasser läuft bergseitig über eine kleine Felsklippe in einen weiteren Bachlauf über, um gemeinsam mit dem Bach an Ort und Stelle im Untergrund zu verschwinden. Erst weiter unten kommt das Wasser wieder als Bach zum Vorschein.

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Wollgras an einem Seeufer auf etwa 2335 Metern.

Etwa 150 Meter nordwestlich davon liegen auf etwa 2335 Meter zwei weitere kleine Seen mit viel Wollgras an den Ufern. Wahrscheinlich dürfte es sich um Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri) handeln.

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Lacke im Eisenkar mit Blick zur Grünbergspitze und zum Rosenjoch

In diesem Gebiet gibt es noch einige weitere kleine Lacken, oft im Bereich von Quellen. Eine liegt etwa im Bereich des Eisenkares, dort wo früher ein kleiner Bergbau betrieben wurde.

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Die Lacke im Gamskar auf gut 2200 Meter

Kleinere Lacken gibt es auch im Bereich des Gamskars. Eine liegt auf etwa 2220 Metern Höhe inmitten von Blockwerk, das Ablagerungen eines ehemaligen Blockgletschers darstellen dürfte. Ein paar weitere Lacken finden sich auch noch auf etwa 2400 Metern im Bereich einer Karschwelle.

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Eine der Lacken im Bereich von etwa 2400 Meter im Gamskar

Möglicherweise gibt es noch weitere größere Lacken im Voldertal, die ich hier übersehen habe – oder es gibt für den einen oder anderen See doch einen Namen oder interessante Fakten. Wenn jemand dazu etwas weiß, würde ich mich über eine Nachricht freuen.

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