Die Stalsinsalm

Die kleine Stalsinsalm ist die am extremsten gelegene Alm im Voldertal. Sie klebt an einem riesigen Steilhang, der unten in Felsen abbricht.  Ihrer Steilheit entsprechend ist die Stalsinsalm heute fast eine reine Ziegenalm.

Die Stalsinsalm liegt auf 1.724 Meter Höhe gegenüber der Haglachalm und wenige hundert Meter oberhalb der Voldertalhütte auf der westlichen Talseite. Früher gab es auch noch einen Oberleger auf  1.995 Meter. Heute findet man noch die ruinenartigen Überreste des Oblerlegers, dessen gut geschichtete Steinmauern heute noch bis zu zu etwa einenhalb Meter Höhe emporragen.

P6270032.jpg
Die Nordmauer ist noch relativ gut erhalten

Am auffälligsten an der Ruine ist der ehemalige Eingang in den Wohnbereich. An der Außenseite steht neben dem Eingang ein Eisenherd. Der Oberleger liegt unweit des Steigs von der Tulfein zur Stallsinsalm. Dort, wo der Steig stärker in Richtung Stalsinsalm zu fallen beginnt, sieht man im Süden bereits die Ruinen der Alm, die in wenigen Minuten erreicht sind.

P6270026.jpg
Dahinrottende Holzbalken im Innern der Hütte

Laut Burkhard Weishäupl war der Bau innen 15 mal 4,5 Meter groß. Das Gebäude bestand aus einem Stall im Süden und einem Wohnteil im Norden, die durch eine Holzwand getrennt waren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Der Eisenherd neben dem ehemaligen Eingang zum Wohnbereich

Ziemlich genau in Falllinie unterm Oberleger und von dort über einen Steig zu erreichen, liegt die heutige Stalsinsalm. Die Hütte lehnt sich mit ihrer Rückseite an den steilen Berghang. Die Alm ist eine Aussichtsloge über dem Voldertal, von der sich große Teile des Voldertals einsehen lassen.

P5150013.jpg
Blick von der Alm zum Großvolderberg und zum Karwendel mit Hochnissl und Stanser Joch

Das Gebiet um die Alm soll auch botanische Besonderheiten bergen, so etwa den Tiroler Rittersporn, der 1935 in einer Festschrift der damals im Voldertal tätigen Sektion Charlottenburg als „Perle des Voldertales“ bezeichnet wird. Damals glaubte man, dass die Pflanze, die im August und September dunkelblau blüht, nur im Voldertal vorkommt.

P5150029.jpg
Abendstimmung im Frühling bei der Stalsinsalm mit Blick hinüber zum Haneburger

Die Alm selbst ist zumindest auf den letzten Metern nur auf einem Fußweg erreichbar. Von der Halsmarter ist sie etwa eine halbe Stunde zu Fuß entfernt. Zuerst geht es über die Piste, dann über eine Forststraße und die letzten 400 Meter über einen Weg. Beim Gatter im Wald vor der Alm wird man schon von einem Schild freundlich begrüßt.

P6270204.jpg
Willkommensschild für Wanderer

Früher gab es auf der Stalsinsalm auch Kühe und es wurde etwas Butter für den Eigenbedarf erzeugt, wie eine Beschreibung der Alm aus dem Jahr 1873 zeigt. Heute ist sie fast eine reine Ziegenalm.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die Stalsinsalm

Bei meinem letzten Besuch dort habe ich in der Ziegenherde auch ein Schaf entdeckt, dass sich bestens mit den Ziegen arrangiert hatte. Unter den Ziegen gibt es eine große Vielfalt, wie die Bilder von den Ziegen zeigen, die nur wenig oberhalb der Almhütte angetroffen habe.

Noch kurz zur Schreibung der Stalsinsalm: Die ist alles andere als einheitlich. Manchmal findet man auch die Schreibung mit zwei ll, also „Stallsinsalm“, daneben gibt es auch die Bezeichnung „Alpe“ statt Alm, also „Stalsins-Alpe“.

Quellen

Gerald Aichner, Der weiße Berg. Das Glungezerbuch. Kulturverlag Thaur-Wien-München 1994, Seiten

Burkhard Weishäupl, Hochalpine Wüstungen im Voldertal in den Tuxer AlpenForschungsberichte der ANISA für das Internet. 2, 2016

Walter Stahrmühler: Systematik und Verbreitung der Gattung Delphinium (Ranunculaceae) in Österreich, Verh. Zool.-Bot. Ges. Österreich 138 (2001): 95-118

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s