Der Haneburger

Wie eine Festung thront die trapezförmige Felsbastion des Haneburgers über dem Voldertal. Schon im ausgehenden Mittelalter haben die Menschen in dieser Felsmauer eine Burg gesehen. Wenige Jahre nach dem Ende des Mittelalters, im Jahr 1500, heißt es im Gejaidbuch von Kaiser Maximilian „zu der wanndt Hännpurg“. Karl Finsterwalder übersetzt die Bedeutung des Namens als „burgartiger Fels, der ein Falzplatz für Hähne ist“. „Falz“ ist eine kaum mehr verwendete Bezeichnung für „Balz“.

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Der Haneburger von Westen, darunter Markisalm und Sternbach-Oberleger

Der Haneburger, oder auch „Hanneburger“, ist nicht die einzige Ortsbezeichung in der Gegend, die auf Hähne zurückgeht. Laut Finsterwalder geht auch die Bezeichnung „Haraz“ in der Nachbarschaft des Haneburgers möglicherweise auf „Hahnenreitse“ zurück, ein Ort wo sich Hähne auf den Zirbenästen wiegen. Östlich vom Haneburger liegt auf Wattentaler Seite das 2.170 Meter Hohe Haratzköpfl und aus dem dazwischen liegenden Malgrüblerkar fließt der Haratzbach in nordöstliche Richtung zum Wattenbach hinab.

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Das Kreuz am felsigen Nordgipfel des Haneburgers

Während der Haneburger von Westen und von Osten gesehen wie eine breite Mauer wirkt, erscheint er von Norden als Pyramide. Die Spitze dieser Pyramide trägt das Gipfelkreuz, auch wenn das nicht der höchste Punkt am Haneburger ist. Dieser Nordgipfel ist im Gegensatz zum Südgipfel felsig und nicht geräumig. Hier ist es eine Herausforderung, einen gemütlichen Platz für eine Gipfelrast zu finden.

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Der Haneburger von Norden um 4.00 Uhr früh an einem bewölkten Junimorgen

Seinen höchsten Punkt erreicht der Haneburger mit 2.596 Metern Seehöhe  an seiner südlichen Ecke. Bei einer Skitour vom Voldertal herauf kommt man bei entsprechender Schneelage mit den Skiern bis auf wenige Meter an den höchsten Punkt heran.

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Blick vom Südgipfel über den Gipfelgrat zum Nordgipfel

Der Aufstieg mit Skiern über die Markisalm ist abgesehen von der Länge eher leicht und bei entsprechender Spurwahl nur wenig lawinengefährlich. Das Gelände ist im oberen Abschnitt aber teilweise blockig, sodass eine gute Schneelage von Vorteil ist.

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Schönes Skitourengelände beim Aufstieg zum Südgipfel

Diese Blöcke befinden sich zumindest zum Teil im Bereich ehemaliger Blockgletscher. Die heute nur mehr fossilen Reste der Blockgletscher befinden sich auf Voldertaler Seite am Fuß des Haneburgers auf etwa 2.300 bis 2.450 Metern Seehöhe. Blockgletscher sind ein Gemisch aus Eis und Schutt, das sich talwärts bewegt und dann teilweise Formen wie richtige Gletscher annehmen kann. Aktive Blockgletscher dürfte es im Voldertal kaum mehr geben. Eine Karte von Alfred Gruber aus dem Jahr 2004 zeigt noch kleine aktive Blockgletscherbereiche unterm Rosenjoch, eine weitere Karte einer Abhandlung aus dem Jahr 2012 von Karl Krainer und Markus Ribis zeigt im Voldertal keinen aktiven Blockgletscher mehr.

Quelle:

Karl Finsterwalder: Die Namenschichten im Raume Wattens. In: Wattner Buch. Beiträge zur Heimatkunde von Wattens, Wattenberg und Vögelsberg. Innsbruck 1958, S. 203 – 231, hier S. 227.

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