Gebrauchsanleitung für das Voldertal

Wie kommt man ins Voldertal? Welche Zeit ist die beste und und was erwartet einem hier? Hier die Infos, die für Voldertalkenner selbstverständlich sind, anderen aber nützlich sein können.

Der übliche Weg Auftakt auf dem Weg ins Voldertal ist die Fahrt über den Großvolderberg. Auf den Großvolderberg kommt man von Volders und auch von Wattens. Bei Volderwildbad darf man auf einem großen Parkplatz sein Auto gratis stehen lassen. Im Sommerhalbjahr kann man auf dem mautpflichtigen Talweg noch 3,75 Kilometer bis zum Parkplatz Nösslach auf 1.450 Metern Seehöhe weiterfahren. Das erspart eine Stunde Gehzeit. Aber Achtung: Die Maut von vier Euro muss man schon 800 Meter vor Volderwildbad beim Auerhof bei einem Automaten bezahlen. Der Auerhof ist der Hof links vor einer Bachbrücke, bevor die Straße wieder ansteigt.

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Bei der Edenhaus-Aste

Wer schon vom Volderwildbad weggeht, braucht auch nicht die ganze Strecke auf der Straße zu gehen, auf der vor allem an Sommerwochenenden doch immer wieder Autos fahren. Es empfiehlt sich nach etwa 700 Metern die Straße links zu nehmen und hier ruhiger dem Bach entlang taleinwärts zu gehen. Über eine Fußgängerbrücke kann man dann wieder auf die Straße wechseln, auf dieser kurz taleinwärts gehen, bevor man wieder rechts dem Wegweiser über die Edenhaus-Aste zur Voldertalhütte folgt.

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Die gut instand gehaltene Mautstraße führt großteils durch Wald

Die Voldertalhütte der Naturfreunde Hall liegt auf 1.376 Metern Höhe ziemlich genau in der Mitte zwischen dem Taleingang und dem Talschluss. Unmittelbar neben der Hütte rauscht der Voldertalbach talwärts. In der Hütte gibt es 30 Schlafplätze, geöffnet ist sie von Anfang Mai bis Ende Oktober. Die Zufahrt zur Hütte ist, zumindest offiziell, nicht gestattet und gerade an stärker frequentierten Tagen wären die wenigen Parkplätze vor der Hütte auch schnell überfüllt. Der Parkplatz Nösslach liegt aber nur 15 Gehminuten weiter taleinwärts.

Gratis Parken und Zufahrt gibt es am Großvolderberg kurz oberhalb vom Gasthaus Krepperhütte auf 1.350 Metern Seehöhe. Dieser Parkplatz eignet sich, wenn man im Gebiet vom Largoz bis zum Haneburger unterwegs sein möchte. Auch vom der Krepperhütte gegenüberliegenden Tulferberg kommt man in das Voldertal. Von einer Einsattelung knapp südlich des auffallenden Richtfunkturms führt ein Steig steil zum nördlichen Ende der Stiftsalm hinunter.

Richtfunkturm
Der Richtfunkturm auf dem Tulferberg

Die Glungezerbahnen auf der westlichen Talseite sind während der Sommer- und Wintersaison geöffnet. In der Sommersaison 2018 ist wegen des Neubaus der ersten Sektion von Tulfes zur Halsmarter allerdings nur die obere Sektion ab der Halsmarter zur Tulfeinalm im Betrieb. Zu Fuß sind es von Tulfes zur Halsmarter gute 600 Höhenmeter, vom Parkplatz beim Volderwildbad über die Stiftsalm allerdings nur 450 Höhenmeter. Von der Mittelstation „Halsmarter“ führt ein Steig in etwa 45 Minuten zur Voldertalhütte hinunter. Von der Bergstation der zweiten Sektion auf „Tulfein“ kann man entweder in etwa eineinhalb Stunden zur Glungezerhütte aufsteigen oder ab dem Tulfeinjöchl über den „Gwannsteig“ in das hintere Voldertal hineinqueren. Dieser Steig verlangt aber alpine Erfahrung. Er ist schmal und an einigen Stellen auch exponiert und steinschlaggefährdet.

Steig führt durch Felsblöcke
Felssturzgefährdete Passage am Gwannsteig

Von der Glungezerhütte führt der Weg über die seven tuXer summits über die Gipfel im Westen und Süden des Tales hinweg zur Lizumer Hütte im Wattental. Von dieser Route kann man unter anderem von der Scharte zwischen Kreuzspitze und Rosenjoch oder vom Naviser Jöchl in das Voldertal absteigen. Noch ein Wort zu den Almen im Voldertal: Die sind hier richtige Almen und keine Gastwirtschaften. In den Sommermonaten kann man sich aber auf der Largoz- und Steinkasernalm an den im Brunnen gekühlten Getränken selbst bedienen.

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Selbstbedienung am Brunnen, hier an der Steinkasern-Alm

Doch eigentlich beginnt das Voldertal nicht erst bei Volderwildbad sondern schon in Volders beim „Raffler“, erreichbar von der Kleinvolderbergstraße wenige Meter nach ihrem Beginn. Nach wenigen hunderten Metern entlang dem Bach windet sich der Rafflersteig durch den abschüssigen Schluchtwald zum Schloss Friedberg empor. Vom Schloss bietet sich der Weiterweg über die Wiesstegbrücke an, die zum Volderer Ortsteil Unterberg wieder auf die andere Bachseite hinüberführt. Von dort kann man  über den Alten Volderwildbadweg zum Auerhof und nach Volderwildbad hineinwandern.

Steig im Wald mit Geländer
Der Rafflersteig im Schluchtwald unter dem Schloss Friedberg

Im Winter ist das Voldertal relativ wenig besucht, zumindest von Volderwildbad taleinwärts. Beliebt aber trotzdem nicht überlaufen ist die Skitour vom Parkplatz bei der Krepperhütte auf den Largoz. Die Tour ist kurz, kaum lawinengefährdet, bietet eine schöne Aussicht auf das Inntal mit Innsbruck und bei schlechter Schneelage kann man ab der Largoz-Alm über die Fahrstraße abfahren. 300 Höhenmeter Fahrstraße von der Krepperhütte hinauf werden im Winter auch als Rodelbahn präpariert.

Almhütten im Schnee
Die Largoz-Alm

Die Skitouren weiter drinnen im Voldertal werden relativ wenig begangen, das liegt auch an dem Zustieg über den Talweg, der im unteren Teil bis zur Abzweigung Sternbachalm normalerweise geräumt ist und dann auch eisig sein kann. Außerdem kommt es im Winter wegen Forstarbeiten immer wieder zu befristeten Sperren im Tal. An der steilen Westseite ist das Tal oft lawinengefährdet, im hinteren Talabschnitt wird aber das Gamskar zum Rosenjoch hinauf gerne als Frühjahrstour gemacht. Sehr häufig bestiegen wird im Winter der Glungezer mit der Glungezerhütte, meist von der Glungezerbahn aus, die Tour liegt aber genau genommen nicht mehr im Voldertal. Allerdings wäre ein Anstieg vom Volderwildbad über den Stiftsalm-Oberleger zur Halsmarter eine Alternative für einen Teil des Pistenaufstiegs.

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