Seit fast 15 Jahren wandere ich regelmäßig durch das Voldertal. Eine Liebe auf den ersten Blick war es nicht, meist war es nur die Nähe, welche die Wahl bestimmte. Doch irgendwann in dieser Zeit habe ich etwas von seiner Seele entdeckt.

Eine Seele ist in Worten schwer zu fassen, aber  das Voldertal hat einen geheimnisvollen Charakter: Da bewacht wie ein Pförtner Schloss Friedberg den Eingang des Tales, darunter die Schlucht, in der sich das Wasser des Voldertalbachs zwischen mit Moos und Farn bewachsenen Felsblöcken durchzwängt, weiter oben beim Volderwildbad alte Bergbaustollen in einem mit Felsabbrüchen durchsetzten Steilwald, dann die Lichtung Schwarzbrunn, um die sich die Sage mit dem Glungezerriesen rankt oder das hochalpine Gamskar, in dem sich noch im 19. Jahrhundert die Eismassen des gößten Gletschers der Tuxer Alpen ausbreiteten.

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Schwarzbrunn

Und das Tal hat auch seine Geschichte: Etwa die Holztrift am Voldertalbach oder die Köhlereien, in denen aus Holz Holzkohle gewonnen wurde. Das Volderwildbad, ein Heilbad das bis 1965 in Betrieb war. Der Tiroler Freiheitskämpfer Josef Speckbacher versteckte sich hier 1809 und 1810 in Felslöchern.  Und 1964 ereignete sich das größte Unglück der österreichischen Luftfahrtgeschichte: Am 29. Februar prallte eine britische Maschine gegen die Ostflanke des Glungezers, alle 83 Menschen kamen ums Leben.

Glungezer von Osten im Winter
Die Ostflanke des Glungezers in der 83 Menschen bei dem Absturz getötet wurden

Von groben Eingriffen durch den Menschen blieb das Tal immer verschont, wenngleich das Tal keineswegs unberührt ist. Da sind Almen, Wege, Forststraßen oder auch Wasserkraftanlagen. Vielleicht ist es übertrieben, das Miteinander von Mensch und Natur hier als „harmonisch“ zu bezeichnen, aber bei allen Reibungsflächen haben sich Mensch und Natur hier ganz gut arrangiert.

Hütte der Weindleraste mit Brennholz an der Wand bis zum Dach hinauf
Die Weindleraste im Winter

Das Voldertal ist in vieler Hinsicht Wert, entdeckt zu werden. Mit diesem Blog will ich jeden, den es interessiert, an meiner Entdeckungsreise teilnehmen lassen. So eine Entdeckungsreise braucht Zeit für Recherche und Erkundungstouren. Deshalb wird es neue Artikel nicht am laufenden Band geben, aber zumindest ein Artikel im Monat soll es sein und dazwischen vielleicht auch die eine oder andere Bildergalerie, wenn sich ein photographisches Thema dafür anbietet.